Politik

Solidaritätsfest für Lampedusa in Hamburg

Politik
Frederic Zauels
@fredericzauels

Redakteur für Politik und Kultur | B.A. Politikwissenschaften, M.A. Journalistik | Kontakt: zauels@hh-mittendrin.de

UnterstützerInnen der Gruppe Lampedusa in Hamburg haben am Sonntag ein Straßenfest für Bleiberecht gefeiert. Sie wollten damit auf die prekäre Lage der Flüchtlinge aufmerksam machen, deren Bleiberecht bedroht ist. 

Veröffentlicht am 22. Juni 2014

Im Juni mussten die Flüchtlinge der Gruppe Lampedusa in Hamburg auf die Straße zurückkehren. Ihre Unterkünfte wie an der St.-Pauli-Kirche wurden aufgelöst. Im Mai besetzten AktivistInnen ein Haus in der Laieszstraße des Karoviertels, eine ehemalige, leerstehende Schule, die genügend Platz für viele Flüchtlinge geboten hätte. Die Stadt ließ das Haus nur kurze Zeit später räumen. Für ein solidarisches Straßenfest sind am Sonntag viele UnterstützerInnen zurückgekommen. Die UnterstützerInnen wollten damit die Politik des Hamburger Senats im Umgang mit Flüchtlingen kritisieren.

Seit mehr als einem Jahr sind die Flüchtlinge der Gruppe Lampedusa in Hamburg schon in der Stadt. Bislang lebten sie in Wohncontainer auf den Geländen von unterstützenden Kirchen wie zum Beispiel der St.-Pauli-Kirche, diese Notunterkünfte wurden nun aufgelöst. Für die Gruppe wird die Situation deshalb immer dramatischer. Aus diesem Grund hat die Gruppe Schulstreik-Initiative für Bleiberecht am vergangenen Sonntag ein Solidaritätsfest für die Flüchtlinge organisiert.

Es gab Speisen und Musik, ein Flohmarkt wurde organisiert, Sprayer malten antirassistische Sprüche auf Frischhaltefolie. Etwa 200 UnterstützerInnen waren gekommen, sammelten Spenden und wollten den Flüchtlingen Abwechslung vom tristen Alltag bieten.  Den Umgang der Politik mit Flüchtlingen kritisieren sie als „unmenschenlich“. Die Flüchtlinge seien obdachlos, obwohl in Hamburg genügend leerstehender Wohnraum vorhanden sei, werfen sie dem Senat vor.

Mit dem Straßenfest sollte die Diskussion um das Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge wieder in der Gesellschaft etabliert werden. „Wir wollen weitermachen, bis der Senat eine zufriedenstellende Lösung präsentiert“, hieß es von Seiten der Gruppe. Eine mögliche Duldung wolle man nicht akzeptieren. Wie beim Dosenwerfen auf dem Jahrmarkt konnten bei „Wirf den Scholz“ Aussagen von Bürgermeister Olaf Scholz sinnbildlich mit einem Tennisball umgestoßen werden.

Die Lampedusa-Flüchtlinge indes stellen gar keine Forderungen an den Senat oder den von Scholz gepriesenen Sozialstaat. Ihr einziger Wunsch sei der nach Unabhängigkeit und einer eigenen Arbeit, sagte ihr Sprecher Asuquo Udo am Sonntag. Dafür wolle die Gruppe weiterhin demonstrieren. Für den 5. Juli rufen die 2012 aus dem Bürgerkrieg in Libyen geflohenen Männer deshalb zu einer großen Demonstration auf.

Fotos: Tobias Johanning

 

Klicken um Kommentar zu schreiben

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Mehr in Politik

Demonstration Golden Pudel, 19.2.2016, Foto: Isabella David

Demo für den Pudel Club: „Unsere Ruine kriegt ihr nicht!“

Isabella David20. Februar 2016
1-Michael_Neumann_SPD1

Innensenator Neuman tritt zurück – Grote wird Nachfolger

Isabella David18. Januar 2016
Winternotprogramm Münzviertel, Oktober 2015, Foto: Isabella David

Petition an die Sozialbehörde: „Das Winternotprogramm tagsüber öffnen!“

Isabella David8. Januar 2016
Tegida Demo Januar 2015, Foto: Henry Lührs

Anpacken statt lang schnacken – das war 2015 in Hamburg-Mitte

Isabella David31. Dezember 2015
Tagesstätte für Geflüchtete, Bieberhaus, Foto: Isabella David

Tagesstätte für Geflüchtete im Bieberhaus: „Vieles ist improvisiert“

Isabella David17. Dezember 2015
Schulstreik 2013, Foto: Dominik Brück

Schüler demonstrieren: „Bleiberecht statt Waffenexporte“

Isabella David17. Dezember 2015
Hosemann, City-Hof, Foto: Isabella David

Interview: „Dem City-Hof ein Denkmal setzen“

Isabella David10. Dezember 2015
FOTO: POLITIKWERFT DESIGNBÜRO

„Basta-Politik gescheitert“: Scholz nach Olympia-Referendum in der Kritik

Isabella David9. Dezember 2015
Olympia in Hamburg

Diskussion: Olympia in Hamburg – ja oder nein?

Mittendrin27. November 2015

Rund um Billstedt, Billbrook und Horn atmet die grüne Lunge der Stadt. In Hamm, Rothenburgsort, Borgfelde, Hammerbrook, St.Georg, der Alt- und Neustadt, und auf St. Pauli riecht und schmeckt man Hamburg an jeder Straßenecke. Die Hafencity glänzt und glitzert im Schatten der dicken Pötte und Kräne.

Die andere Seite der Elbe auf der Veddel, in Wilhelmsburg, auf dem Kleinen Grasbrook, in Steinwerder, Waltershof, Finkenwerder und auf der Insel Neuwerk lässt hanseatische Tradition spürbar werden.

Das ist Hamburg-Mitte, unser Bezirk inmitten einer lebhaften Stadt. So vielfältig wie seine Bewohner sind die Geschichten, die wir erzählen.

Mittendrin ist Name und Programm – täglich sind wir unterwegs und bringen euch spannende Reportagen, aktuelle Lokalnachrichten und ausdrucksstarke Bilder und Videos aus Hamburgs bunter Mitte.

Hamburger Geschichten

© 2012 - 2015 Mittendrin | Alle Rechte vorbehalten. Impressum - Umsetzung Politikwerft Designbüro.