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Brand unter Kennedybrücke: Verdächtiger festgenommen

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Dominik Brück
@dobrueck

| M.A. Politikwissenschaft | E-Mail: brueck@hh-mittendrin.de

Am vergangenen Wochenende wurden die Zelte von Obdachlosen unter der Kennedybrücke von einem Brandstifter angezündet. Am Mittwoch konnte ein tatverdächtiger 17-Jähriger vorläufig festgenommen werden. Der Grund für die Tat soll ein Streit mit den Obdachlosen gewesen sein.

Am vergangenen Sonnabend gingen gegen sechs Uhr morgens die Habseligkeiten mehrerer wohnungsloser Menschen unter der Kennedybrücke an der Alster in Flammen auf. Auch die Zelte, die den Obdachlosen als einzige Unterkunft dienten, wurden vollständig zerstört. Am Mittwoch konnte die Polizei am Hauptbahnhof einen 17-jährigen mutmaßlichen Täter festnehmen. Hinweise aus der Obdachlosenszene hatten die Festnahme ermöglicht. Der Tatverdächtige ist selbst ohne festen Wohnsitz und hat die Tat bereits eingeräumt.

Dem Brand am Sonnabend soll ein Streit zwischen einer Gruppe jugendlicher Obdachloser und den alteingesessenen Zeltbewohnern unter der Brücke vorrausgegangen sein. Die Jugendlichen sollen die Zeltbewohner bedroht haben. Verletzt wurde durch das Feuer niemand. Als Reaktion auf die Gewalttat ruft das Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot am Donnerstag um 18 Uhr zu einer Solidaritätskundgebung an der Kennedybrücke auf. „Es gibt zu wenige öffentliche Einrichtungen zur Unterbringung obdachloser Menschen in Hamburg“, sagt Bettina Reuter, Sprecherin des Aktionsbündnisses. Viele Wohnungslose würden sich lieber einen Platz im Freien suchen, als in die überfüllten Massenunterkünfte zu gehen. Das Aktionsbündnis fordert den Senat auf viele kleine Einrichtungen zur Unterbringung von Obdachlosen zu schaffen. „Auch alle Hamburger sollten sich solidarisch mit den Ärmsten in unserer Stadt zeigen und neu geplante Einrichtungen für Obdachlose in ihrer Nachbarschaft begrüßen“, sagt Reuter. Derzeit leben in Hamburg über tausend Menschen dauerhaft auf der Straße. Warum der jugendliche Tatverdächtige auf der Straße leben muss und in keiner Unterkunft Zuflucht fand, ist bisher nicht bekannt. Der mutmaßliche Brandstifter wird am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt.

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