Politik

Raus aus der Betonwüste

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Isabella David
@isabelladavid89

Chefredakteurin | Studentin der Politikwissenschaft an der Universität Hamburg | Kontakt: david@hh-mittendrin.de

Die SAGA GWG will mit dem Entwicklungskonzept Mümmelmannsberg 2020 den Stadtteil neu gestalten. Dafür soll auch das alte Einkaufszentrum in neuem Glanz erstrahlen.

Graue Häuserschluchten und Tristesse. Ein eisiger Wind weht zwischen den Pavillons und den grauen Fassaden der drei Hochhaustürme. Eine Betonwüste mitten in Mümmelmannsberg. Das 1974 gebaute Einkaufszentrum versprüht den Waschbeton-Charme vieler Bauten der 1970er Jahre. Seit Jahren wird vergeblich nach einem neuen Investor gesucht. Eine Zwangsversteigerung jagte die Nächste. Interessenten gab es zuletzt keine mehr. Ende 2010 kaufte die Stadt Hamburg, genauer die städtische Wohnungsbaugenossenschaft SAGA GWG, den Gebäudekomplex. Im Rahmen des Gestaltungskonzeptes Mümmelmannsberg 2020 soll das Zentrum des Stadtteils einen neuen Anstrich bekommen. Kernelement der Modernisierungsstrategie ist die neue Gestaltung des leerstehenden Einkaufszentrums.

Im Gegensatz zur bisherigen Waschbetonoptik soll das Zentrum von Mümmelmannsberg zukünftig in einem neuen Farbgestaltungskonzept erstrahlen. Das ehemalige Einkaufszentrum soll zu einem Dienstleistungs- und Gesundheitszentrum mit dem Anspruch einer ganzheitlichen Betreuung werden. Laut SAGA GWG lege man dabei nicht nur Wert auf die ansprechendere, sondern auch barrierefreie Gestaltung. Das neue Zentrum sowie auch die drei Wohntürme sollen durch eine zeitlose Umgestaltung mit Glas und anderen hochwertigen Materialen aufgewertet werden. Vorbild der Optik ist die bereits fertiggestellte Seniorenwohnanlage Mümmelmannsberg. Ziel der Sanierungsarbeiten ist es vor allem auch kleine Wohnungen für ältere Menschen im Zentrum zu schaffen.

Im nächsten Jahr sollen die Sanierungsarbeiten beginnen. Schon 2014 soll erstes Gewerbe einziehen. Die Wohntürme sollen der Reihe nach umgestaltet werden, wobei die Sanierung zum Teil im bewohnten Zustand erfolgen soll. Die SAGA GWG schließt jedoch auch eine zeitweise Umquartierung der Mieter im Zuge der Arbeiten nicht aus. Der ansässige Kiosk soll für die Zeit der Sanierung einen Container nutzen können.

Für die Gestaltung des Platzes und der Außenanlagen liegt derzeit noch kein endgültiges Konzept vor. Es besteht laut SAGA GWG jedoch der Grundgedanke eine Art „Boulevard“ zu gestalten, an dem auch Gewerbe und Gastronomie angesiedelt werden können. Über die teils maroden Pavillons ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Unter den Pavillons liegen Musikarbeitsräume mit einer Dämmung von 96 Dezibel. Ein Abriss ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Fotos: Jana Brück

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