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Lampedusa in Hamburg: Dritte Adventsdemo

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Annika Lasarzik
@miracledrug

Ressortleiterin Politik I Studium der Politikwissenschaft, Journalistik und Kommunikationswissenschaft in Hamburg und Bordeaux I Kontakt: lasarzik@hh-mittendrin.de

Auch am dritten Adventswochenende wurde wieder für ein Bleiberecht der in Hamburg gestrandeten Lampedusa-Flüchtlinge demonstriert. Rund 700 Menschen bewegten sich in einem Protestmarsch durch die Innenstadt.  Diesmal war auch eine Hundestaffel vor Ort.

Die Einen nutzen den Samstagnachmittag zum Kaufen und Flanieren, die Anderen verleihen ihrer politischen Meinung Ausdruck: Verglichen mit den bisherigen Advents-Demonstrationen, zu denen die Lampedusa-Gruppe aufgerufen hatte, gingen diesmal weniger Menschen auf die Straße – der Demonstrationszug erschien jedoch wieder bunt gemischt und setzte sich aus allen Altersgruppen zusammen. Neben den Flüchtlingen, ihren UnterstützerInnen, sowie Partei- und Gewerkschaftsmitgliedern nahmen auch ganze Familien und Schülergruppen an der Protestaktion teil, die bereits im Rahmen eines Schulstreiks am Donnerstag ihre Solidarität mit der Lampedusa-Gruppe ausgedrückt hatten.

Wieder gelang es den Veranstaltern nicht, eine Demonstrationserlaubnis für die Mönckebergstraße zu erlangen – stattdessen zog der Protestmarsch an der Einkaufsmeile vorbei zum Jungfernstieg. Auf Plakaten und Transparenten benannten die DemonstrantInnen Kritikpunkte an der Flüchtlingspolitik des SPD-Senats und der europäischen Asylpolitik. Diese beinhaltet etwa die umstrittene Dublin II-Regelung, nach der Flüchtlinge in das EU-Land zurückgeführt werden sollen, in denen sie zuerst Asyl beantragt haben. Im Falle der Lampedusa-Gruppe ist das Italien – nach der Einschätzung von Flüchtlingshilfsorganisationen wie „Pro Asyl“ droht den Männern dort jedoch ein Leben in Elend und Obdachlosigkeit.

Die Aktion verlief überwiegend friedlich, endete jedoch turbulent: Nachdem ein Lampedusa-Sprecher zu Beginn der Demonstration einzelne BeamtInnen darum bat, Abstand zu halten, kam es nach der Kundgebung am Jungfernstieg zum Einsatz von Pfefferspray und einer Hundestaffel gegen DemonstrantInnen.

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